Suche

Für mehr Gerechtigkeit in der Welt


Eine-Welt-Preis der Nordkirche zeichnet Engagement für Flüchtlinge und mehr Gerechtigkeit aus

29.01.2016 | Hamburg. Mit dem Eine-Welt-Preis 2016 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) sind heute (29. Januar) in Hamburg zwei kirchliche Flüchtlingsinitiativen ausgezeichnet worden sowie eine deutsch-tansanische Kooperation für Brunnenprojekte. Außerdem gingen zwei Ehrenpreise an eine Schülerfirma zur Vermeidung von Plastikmüll und die Engagierten des ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit im Herbst zur Weltklimakonferenz nach Paris.

„Der Eine-Welt-Preis hat sich im Verlauf der letzten zwanzig Jahre fest im kirchlichen Bereich etabliert und wird auch überregional wahrgenommen. Das Engagement geht durch alle gesellschaftlichen Gruppen hindurch“, würdigte der Präses der Landessynode, Andreas Tietze, alle Beteiligten. Es waren mehr als 50 Bewerbungen eingegangen.

Der mit 3000 Euro dotierte erste Preis ging an das Hamburger „Refugio – Café der Gastfreundschaft“, einen Raum für Flüchtlinge, außerhalb der „bedrückenden Atmosphäre der Unterkünfte“, hieß es zur Begründung. Mit dem zweiten Preis (2000 Euro) wurde die Evangelisch-Lutherische Petrusgemeinde in Schwerin ausgezeichnet, die in einem sozialen Brennpunkt liegt, sich für den Fairen Handel engagiert und 20 Menschen seit 2013 ins Kirchenasyl aufgenommen hat. Die Kooperation „Netzwerken für eine bessere Zukunft“ der Partnerschaftsgruppen der Kirchengemeinden Luther-Melanchton in Lübeck und Angaza-Igoma in Mwika in Tansania sowie der Fachhochschule Lübeck erhielt den dritten Preis (1500 Euro). Gemeinsam haben sie Brunnen gebohrt, instandgesetzt oder Hygieneschulungen durchgeführt. Zwei Ehrenpreise gingen an das Projekt „Plastik war gestern“ der Klasse 9c der Stadtteilschule Stellingen in Hamburg sowie an die Akteurinnen und Akteure auf dem Pilgerweg für Klimagerechtigkeit: Die Kirchengemeinde Alvesloe und der Verband Christlicher Pfadfinder stünden hier für alle Pilger, die die Strecke von Flensburg nach Paris möglich gemacht hätten.  

„Jedes eingereichte Projekt von ehrenamtlich aktiven Personen und Gruppen ist Beispiel einer höchst lebendigen Wahrnehmung und Mitgestaltung gesellschaftlicher und globaler Entwicklungen. Sie zeugen von einem wachen politischem Bewusstsein aus christlicher Haltung heraus“, betonte Tietze weiter. Diese Haltung und dieser Einsatz für mehr Gerechtigkeit seien vorbildlich gerade in Zeiten, die „geprägt sind von dem Trend, innere und äußere Grenzen zu verstärken und nationale Ansprüche zu zementieren“. „Diese Initiativen schlagen eine Bresche für die gerechte Gestaltung unserer Einen Welt“, sagte der Synodenpräses. In diesem Zusammenhang dankte er der Beauftragten für Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche, Mirjam Freytag, für die Organisation dieses Preises.

Der Eine-Welt-Preis wurde 1996 von der Nordelbischen Kirche ins Leben gerufen und seitdem alle zwei Jahre vergeben. In diesem Jahr war er zum zweiten Mal auch nordkirchenweit ausgeschrieben.  Den Preisträgern wird traditionell eine aus Muhuhu-Holz in Kenia geschnitzte „Goldene Giraffe“ überreicht. Mit dem Preis werden Gruppen und Einzelpersonen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geehrt, die sich „mit Phantasie, Hingabe und Kreativität für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen und dabei etwas Beispielhaftes und Neues geleistet haben". Über die Vergabe der Preise hat eine Jury, der Mitglieder der Kirchenleitung, der Landessynode und Fachleute der Entwicklungszusammenarbeit angehören, entschieden. Die offizielle Verleihung erfolgt durch Synodenpräses Tietze auf der Tagung der Landessynode der Nordkirche im Februar in Lübeck-Travemünde.

Erfahren Sie mehr über die diesjährigen und über die vorherigen Preisträger.